Steuerrecht für Arbeitnehmer

Zusammengestellt von Bernhard Stiedl (Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss)

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        recht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer" bestellen

 

Wenn Sie zum Steuerrecht noch weitere Fragen haben, können Sie sich an Ihre zuständige Gewerkschaft wenden. Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft haben Sie Anspruch auf kostenlose Rechtshilfe. Mitglied werden lohnt sich also!

 

Inhaltsverzeichnis

Aufmerksamkeiten / Zuwendungen

Nebenberufliche Einnahmen

Arbeitszimmer

Berufskleidung

Bewerbungskosten

Arbeitsmittel

Steuerklassen

Lohnsteuerklassenwahl

Umzugskosten

Zinsabschlagsteuer

Sparerfreibetrag

Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Pauschbetrag für behinderte Menschen

Entfernungspauschale für Pendler

Mitgliedsbeiträge an Berufsstände (Gewerkschaften)

Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung

Solidaritätszuschlag

Steuersätze

 


 

Aufmerksamkeiten / Zuwendungen

Aufmerksamkeiten bis zu einem Wert von € 40,- sind dem Arbeitslohn / -gehalt nicht hinzuzurechnen.

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Nebenberufliche Einnahmen

Für nebenberufliche Tätigkeiten z.B. als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder zur Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen gilt ein Freibetrag von € 1.848,-.

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Arbeitszimmer

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können bis höchstens € 1.250,- jährlich als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn

- die berufliche Tätigkeit ausschließlich von zu Hause aus nachgegangen wird oder
- für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (wie z.B. bei Lehrern, die für die Unterrichtsvorbereitung keinen Schreibtisch in der Schule haben).

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Berufskleidung

Es ist nur eine typische Berufskleidung, d.h. für Kleidungsstücke, bei denen eine private Verwendung schon von der Art der Kleidungsstücke her praktisch ausgeschlossen ist, von der Steuer abziehbar. Also z.B. die Kosten für Sicherheitsschuhe eines Bauarbeiters oder der Arbeitsanzug eines Schornsteinfegers.

Zu den Aufwendungen für typische Berufskleidung gehören auch Reinigungskosten, auch in der privaten Waschmaschine, wobei dann neben den Kosten für Wasser, Energie, Waschmittel auch die Aufwendungen in Form der Abnutzung, Instandhaltung und Wartung der Waschmaschine abzugsfähig sind.

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Bewerbungskosten

Kosten für die Suche einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das sind zum Beispiel Inseratkosten, Telefonkosten, Portokosten, Kosten für Kopien von Zeugnissen sowie Reisekosten anlässlich einer Vorstellung. Es kommt nicht darauf an, ob die Bewerbung Erfolg hatte.

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Arbeitsmittel

Die berufsbedingte Anschaffung von Arbeitsmittel, z.B. eines häuslichen Computers, ist steuerlich als Werbungskosten abzugsfähig. Eine Bestätigung des Arbeitgebers über die berufliche Nutzung dieser Arbeitmittel ist jedoch notwendig.

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Steuerklassen

Steuerklasse I
Diese Steuerklasse gilt für Arbeitnehmer, wenn sie
- ledig oder geschieden sind,
- verheiratet sind, aber vom Ehegatten dauernd getrennt leben oder wenn der Ehegatte im Ausland wohnt,
- verwitwet sind und der Ehegatte vor dem zu versteuernden Jahr verstorben ist.

Steuerklasse II
Diese Steuerklasse gilt für Arbeitnehmer, wenn sie
- unter die Steuerklasse I fallen und in dessen Wohnung mindestens ein Kind gemeldet ist, für das der Arbeitnehmer einen Kinderfreibetrag erhält.

Steuerklasse III
Diese Steuerklasse gilt für Arbeitnehmer, wenn sie
- verheiratet sind, nicht vom Ehegatten getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder Arbeitslohn bezieht und in die Steuerklasse V eingereiht ist.
Verwitwete Arbeitnehmer gehören nur dann in die Steuerklasse III, wenn der Ehegatte in dem zu versteuernden Jahr verstorben ist.

Steuerklasse IV
Diese Steuerklasse gilt für Arbeitnehmer, wenn sie
- verheiratet sind, nicht vom Ehegatten getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers ebenfalls einen Arbeitslohn bezieht.

Steuerklasse V
Diese Steuerklasse gilt für Arbeitnehmer (anstatt der Steuerklasse IV), wenn
- der Ehegatte des Arbeitnehmers in die Steuerklasse III eingereiht ist. 

Steuerklasse VI
Diese Steuerklasse ist auf der zweiten oder weiteren Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers zu bescheinigen, wenn er
- nebeneinander von mehreren Arbeitgebern einen Lohn beziehen.

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Lohnsteuerklassenwahl

Während bei verheirateten Arbeitnehmern ohne mitarbeitenden Ehegatten nur die Steuerklasse III in Frage kommt, haben Ehegatten, die beide in einem Arbeitsverhältnis stehen, die Wahl zwischen den Steuerklassenkombinationen III/ V und IV/ IV. Auf die im Lohnsteuer-Jahresausgleich (oder bei der Einkommensteuerveranlagung) schlussendlich abgerechnete Jahressteuer hat die Kombination keinen Einfluss, wohl aber auf die Höhe des laufenden Steuerabzugs während des Jahres.

Ein Wechsel der Steuerklassenkombination kann bei der zuständigen Gemeinde vor Beginn des Steuerjahres und einmal im Laufe des Jahres, spätestens aber bis zum 30. November, bei der Meldebehörde beantragt werden. Bei Tod oder Ausscheiden eines Ehegatten aus dem Arbeitsverhältnis ist ein zweiter Steuerklassenwechsel zulässig.

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Umzugskosten

Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Ein Wohnungswechsel ist beruflich bedingt, wenn durch den Umzug die Entfernung zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte erheblich verkürzt oder wenn er im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers durchgeführt worden ist.

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Trinkgelder

Für Trinkgelder gilt ein jährlicher Freibetrag von € 1.224,-.

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Sparerfreibetrag

Der jährliche Sparerfreibetrag beträgt für Alleinverdiener € 750,- und für Verheiratete € 1.370,-.

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Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit

Steuerfrei sind folgende Zuschläge zum Grundlohn:

- für Sonntage bis 50 %,
- für gesetzliche Feiertage sowie den 31.12. (ab 14 Uhr) bis 125 %,
- für Weihnachten (24.12., ab 14 Uhr und am 25./26.12.) und am 01.05. bis 150 %,
- für Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr, wenn die Arbeitsaufnahme vor 0 Uhr ist, für die Zeit von 0 bis 4 Uhr bis 40 %, ansonsten bis 25 %.

Eine gleichzeitige Inanspruchnahme der Zuschläge für Nachtarbeit und der Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit ist nur bis max. 190 % möglich. Eine Kombination von Sonn- und Feiertagszuschlag ist nicht möglich.
Die Sozialversicherungsbefreiung der Zuschläge ist auf einen Stundenverdienst von € 25,- und die Steuerfreiheit auf einen Stundenverdienst von € 50,- begrenzt.

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Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Für Arbeitnehmer gilt ein jährlicher Pauschbetrag von € 920,-.

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Pauschbetrag für behinderte Menschen

Für behinderte Menschen gilt ein Pauschbetrag bei einem Grad der Behinderung von:

25 und 30 %: € 310,-,
35 und 40 %: € 430,-,
45 und 50 %: € 570,-,
55 und 60 %: € 720,-,
65 und 70 %: € 890,-,
75 und 80 %: € 1.060,-,
85 und 90 %: € 1.230,-,
95 und 100 %: € 1.420,-.

Für Blinde und hilflose behinderte Menschen gilt ein Pauschbetrag von € 3.700,-.

Schwerbehinderte Menschen, die hilflos, blind oder außergewöhnlich gehbehindert sind (Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen H, Bl oder aG) sind von der Kfz-Steuer befreit.

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Entfernungspauschale für Pendler

Für Pendler gilt eine Entfernungspauschale zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte ab dem 21. Kilometer von je km in Höhe von € 0,30 bis zu einem jährlichen Gesamtbetrag von € 4.500,-.

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Mitgliedsbeiträge an Berufsstände (Gewerkschaften)

Mitgliedsbeiträge an Berufsstände (z.B. Gewerkschaften) sind von der Steuer abzugsfähig.

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Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung

 

Arbeitslosenversicherung

1950: 2 %

1960: 2 %

1970: 1,3 %

1980: 3 %

seit 2000: 6,5 %

ab 2007: 4,2 %

Beitragsbemessungsgrenze: € 5.250,-; Ost: € 4.550,-

 

Pflegeversicherung

1995: 1,0 %

seit 1996: 1,7 %*

ab 2008: 1,95 %*

Beitragsbemessungsgrenze: € 3.562,50

Versicherungspflichtgrenze: € 3.975,-

* Kinderlose zahlen seit 2005 einen Beitragszuschlag von 0,25 %

 

Krankenversicherung*

1950: 5,8 %

1960: 7,7 %

1970: 8,2 %

1980: 11,4 %

2000: 13,5 %

2001: 13,6 %

2002: 14 %

2003: 14,4 %

2004: 14,1 %

2005: 13,2 %**

ab 2007: 13,9 %

Beitragsbemessungsgrenze: € 3.562,50

Versicherungspflichtgrenze: € 3.975,-

* Angaben jeweils Durchschnitt der Krankenkassen

** Arbeitnehmer zahlen seit 2005 einen Beitragszuschlag von 0,45 %

 

Rentenversicherung

1950: 10 %

1960: 14 %

1970: 17 %

1980: 18 %

2000: 19,3 %

2001: 19,1 %

2002: 19,1 %

seit 2003: 19,5 %

ab 2007: 19,9 %

Beitragsbemessungsgrenze: € 5.250,-; Ost: € 4.550,-

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Solidaritätszuschlag

ab 1995: 7,5 %

1996: 7,5 %

1997: 7,5 %

seit 1998: 5,5 %

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Steuersätze

 

Kirchensteuer

Baden-Württemberg und Bayern: 8 %

Übrige Bundesländer:                 9 %

 

Eingangssteuersatz

1998: 25,9 %

1999: 23,9 %

2000: 22,9 %

2001: 19,9 %

2004: 16,0 %

seit 2005: 15,0 %

 

Spitzensteuersatz

1998: 53,0 %

2000: 51,0 %

2001: 48,5 %

2004: 45,0 %

seit 2005: 42,0 %

ab 2007 Steuerzuschlag von 3 % für Jahreseinkommen ab € 250.000,- für Alleinverdiener bzw. 500.000,- für Verheiratete

 

Grundfreibetrag

1998: DM 12.300,- (€ 6.288,89)

1999: DM 13.067,- (€ 6.681,05)

2000: DM 13.499,- (€ 6.901,93)

2001: DM 14.093,- (€ 7.205,64)

2002: € 7.235,-

seit 2004: € 7.664,-

 

Einkommen ab konstantem Spitzensteuersatz

1998: DM 120.042,- (€ 61.376,50)

2000: DM 114.696,- (€ 58.643,13)

2001: DM 107.568,- (€ 54.998,65)

2002: € 55.008,-

seit 2004: € 52.152,-

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